, Morosi Giorgio

Keine Medaille, aber sagenhafte 100-er Serie

In den Schweizer Einzelmeisterschaften im Serienspiel der Freien Partie fanden Ende März die Finalturniere statt. Die beiden St. Galler Albert Kehl und Ludwig Nobel standen dabei in zwei verschiedenen Stärkeklassen in den Finals. Zwar resultierte für den Billardclub wiederum keine Medaille, jedoch sorgte der St. Galler Nobel für ein ganz besonderes Turnier-Highlight.  

Albert Kehl vom Billardclub St. Gallen trat in Basel zum Finalturnier der sechs besten Spieler aus der Qualifikation in der Regionalliga 2 an. Anfangs März hatte sich Kehl in der Ausscheidungsrunde in Fribourg mit einer starken Leistung qualifizieren können und durfte sich leichte Medaillenhoffnungen machen, hätte er die gezeigten Leistungen aus der Qualifikation auch im Final wieder zeigen könne. Der Konjunktiv lässt schon vermuten, dass ihm dies in Basel nicht nach Wunsch gelang. Am Ende musste sich Kehl gegen eine starke Konkurrenz mit dem sechsten und letzten Finalplatz begnügen. Die Goldmedaille ging an den Basler Nguyen Tan Dat, der der mit einem starken Turnier Pascal Ibanez (BC Fribourg) und Christian Loche (BC Ecublens) auf die weiteren Medaillenränge verwies.

Das Finale in der Freien Partie der NLB fand in St. Gallen statt und der einheimische Ludwig Nobel war an diesem Turnier an Nr. 2 gesetzt. Mit dem topgesetzten Régis Cattenoz (BC Ecublens) und den weiteren TopTen-Spielern Stéphane Thivel (SBCG Genève), Christoph Berger (BC Basel) und Eric Planelles (BC Sierre) stand der St. Galler starken Gegnern gegenüber, die jedoch absolut in seiner Reichweite lagen. Nobel startete gegen Berger gut in seine erste Partie, konnte sich jedoch nie entscheidend absetzen. Beim Stand von 90:77 für Nobel gelang dem Basler Spieler eine Serie von 30 Punkte und er kam den geforderten 120 Punkten damit deutlich näher. Am Ende der 15 Aufnahmen stand es 118:97 für Berger und Nobel musst sich trotz konstanter Leistung und gutem Turnierstart ein erstes Mal geschlagen geben. Die nächsten beiden Partien musste Nobel unter dem Prädikat «absolut nicht mein gewohntes Spielniveau» abbuchen und verlor seine Partien gegen Thivel (17:120) und Planelles (36:120) überdeutlich. Die Medaillen waren damit vor der letzten Spielrunde kein Thema mehr für den St. Galler, dennoch wollte er sich mit einer ansprechenden Partie vom Turnier verabschieden. Dies gelang ihm mehr als nur mit Bravour. Beim Stand von 20:16 für Nobel gegen Cattenoz verpasste der Spieler aus Ecublens seinen Punkt und Nobel kam mit einer guten Folgestellung wieder an den Tisch. Er spielte geduldig und mit immer stärker spürbaren Sicherheit Punkt um Punkt, baute sein Spiel souverän auf und steigerte sich in einen regelrechten Spielrausch hinein. Ohne einen Fehler zu machen, beendete Nobel die Partie mit einer Serie von sagenhaften 100 Punkten und erreichte die geforderten 120 Punkte in nur 3 Aufnahmen … Turnier- und Meisterschaftsrekord und eine kleine Rehabilitation für einen Finalnachmittag, der nicht nach den Vorstellungen und dem effektiven Können des St. Gallers verlaufen war.

Eric Planelles gewann alle seine Partien mühelos und wurde ohne Verlustpunkte verdienter Schweizermeister in der NLB. Die beiden Spieler aus der Westschweiz Cattenoz und Thivel klassierte sich auf den weiteren Podestplätzen.

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