, Morosi Giorgio

St. Galler Dreibandteam mit starker Reaktion

Das Dreibandteam des Billardclub St. Gallen reiste in der dritten Runde der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft in der Königsdisziplin Dreiband nach Colombier. Nach dem überzeugenden Sieg in der Runde zuvor zuhause gegen das Team von Zürich 2 waren die Ostschweizer in der Begegnung im Welschland favorisiert und hätten mit einem Sieg die Türe zu den Playoffs schon weit aufstossen können.

Die St. Galler traten für diese Auswärtsbegegnung mit Teamleader Duy Tien Ma, Thomas Wenk und Ludwig Nobel an. Nobel ersetzte die abwesende St. Galler Nr. 2, Giorgio Morosi, und bestritt seit langem wieder eine Mannschaftsbegegnung in der höchsten Dreibandliga. Der BC Colombier trat in seiner stärksten Zusammensetzung mit Christoph Berger, Jean-Yves Drevet und Felix Wasser an und wollte gegen die St. Galler zuhause eine Überraschung schaffen. Dies gelang ihnen am Ende auch, denn der St. Galler Topspieler und Punktegarant Ma zog eines seiner schlechtesten Turniere seit langem ein, spielte nicht einmal die Hälfte des für ihn gewohnten Durchschnitts und konnte aus drei Spielen nur gerade eine Partie gewinnen. Wenk erspielte sich gegen die Nr. 1 von Colombier ein ehrenvolles Unentschieden, verlor aber seine beiden anderen Partien ebenfalls. Nobel konnte ein Match für sich entscheiden, aber am Ende stand es überraschend 5:13 gegen St. Gallen und die Ostschweizer mussten ohne die erhofften zwei Punkte wieder nach Hause reisen. Mit dieser Niederlage hatte man im Vorfeld nicht gerechnet.

Zwei Wochen später empfing man zuhause zur vierten Meisterschaftsrunde den über 20-fachen amtierenden Serienmeister aus Zürich. Das Team des BC St. Gallen spielte wieder in seiner stärksten Formation mit Duy Tien Ma, Giorgio Morosi und Thomas Wenk und wollte es dem absoluten Topteam aus Zürich zumindest nicht zu einfach machen – mehr wäre eine absolute Überraschung gewesen. Die Zürcher traten in ihrer fast stärksten Zusammensetzung an – mit Teamleader und CH-Nr. 1 Kenan Canturk, Behzat Cetin (CH-Nr. 2) und Johannes Boode (CH-Nr. 12) – und waren damit haushoher Favorit. Zudem hatten die Zürcher in allen bisherigen Meisterschaftsbegegnungen mit starken Leistungen überzeugt und alle Matches deutlich gewonnen (18:0, 16:2, 18:0).

Im ersten Drittel der Begegnung an der Fuchsenstrasse in St. Gallen setzten sich die Favoriten aus Zürich bereits ein erstes Mal ab und gewannen zwei der drei Partien deutlich mit 35:20 und 35:29. Einzig der St. Galler Ma vermochte mitzuhalten und holte für St. Gallen, nachdem er lange in Führung gelegen hatte, gegen Boode ein 35:35-Unentschieden. Zürich ging nach dem ersten Drittel erwartungsgemäss mit 5:1 in Führung.

Das zweite Drittel brachte die erste grosse Überraschung. Ma zeigte gegen Cetin ein starkes Match, spielte von Beginn weg konzentriert und fokussiert, hielt die frühe Führung bis zum Ende und bezwang die Schweizer Nr. 2 mit 35:31. Morosi erwischte einen schlechten Start in die Partie, fand nicht zu seinem gewohnten Spiel und hatte gegen Boode keine Chance; er musste sich mit 35:20 in nur 29 Aufnahmen geschlagen geben. Wenk gelang der erste grosse Coup, indem er gegen den aktuell besten Dreibandspieler der Schweiz sofort ins Match fand, überragend spielte und Canturk damit aus dem Konzept brachte. Sensationell schaffte es Wenk, die hohe Pace zu halten und einen nicht erwarteten 32:28-Sieg zu landen. St. Gallen verkürzte so vor dem letzten Drittel auf 5:7.

Mit der Motivation und Gewissheit, mithalten zu können, gingen die St. Galler hoffnungsvoll in die letzte Spielrunde. Ma überzeugte erneut, liess der Nr. 1 aus Zürich mit 35:27 keine Chance und stellte in der Begegnung gegen das beste Team der Schweiz auf 7:7. Cetin startete gegen Morosi sensationell und führte rasch mit 20:8. Diesen Rückstand vermochte der St. Galler nicht mehr wettzumachen. Cetin spielte seine beste Partie des Turniers und konnte damit auch gleich den Turnierrekord von 1,750 für sich verbuchen – Zürich ging mit 9:7 wieder in Führung. Nun war nur noch die Partie von Wenk gegen Boode am Laufen und gestaltete sich sehr ausgeglichen. Die Führung wechselte laufend hin und her und Wenk konnte an die aussergewöhnlichen Leistungen seiner beiden anderen Partien nahtlos anknüpfen. Kurz vor Schluss des Matches gelangen Wenk drei sensationelle Punkte und er ging mit drei Punkten Vorsprung in die Schlussphase des Spiels. Boode konnte nicht mehr reagieren und Wenk brachte mit 21:18 einen hochverdienten und wichtigen Sieg nach Hause – Endstand 9:9. Was für eine spannende Begegnung und was für eine tolle Leistung der St. Galler, die dem hochdekorierten Meisterteam aus Zürich als eines der wenigen Teams in den letzten Jahren einen Punkt abgewinnen konnten.

Dank dieses verdienten und dennoch unerwarteten Punktgewinns hat sich das St. Galler Team wieder in eine gute Ausgangslage zum Erreichen der Playoffs gebracht und kann dies mit einem Sieg im letzten Vorrundenspiel zuhause gegen den Aufsteiger Winterthur aus eigener Kraft schaffen.

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